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Entscheidungsfindung ohne Abstimmung

Diese Methode wird in dem neuen Buch „Die Welt steht Kopf - wie stellen wir sie richtig?“ von Uwe Burka und Anneke Schamann, das im Herbst 2026 erscheint, in Kapitel 12 geschildert:

ENTSCHEIDUNGSFINDUNG OHNE DISKUSSION UND ABSTIMMUNG

Stellen wir die Entscheidungsfindung im Individuellen einmal der einer Gruppe gegenüber, so kann uns für beide Prozesse deutlich werden, woran es oftmals hinkt.

A Entscheidungen des Einzelnen

Entscheidungen sind seelische Tatsachen. Sie werden am Ende eines seelisch-geistigen Pro­zesses „getroffen“. Treffen kann man nur etwas, das vorher schon da ist. Die Frage ist, ob man mit einer Entscheidung das Wahre, also das Richtige,trifft.

Der Verstand kann auf dem Wege dahin beraten. Mittels des Verstandes tragen wir Informatio­nen zusammen und wägen Aspekte ab, die der Entscheidungsfindung dienlich sind. Damit eine Entscheidung zum Volltreffer wird, sind aber die Ebenen der Seele und des Geistes einzu­beziehen. Auf diese zu hören, fällt uns viel schwerer. So kann es sein, dass die Seele unbemerkt vom Verstand längst eine Entscheidung getroffen hat. Wenn der Verstand sich als Alleinverant­wortlicher versteht, sucht er vergeblich weiter. Ab da beginnt die Qual eines Men­schen; er hat versäumt wahrzunehmen, dass die Entscheidung bereits getroffen wurde.

Es gilt also ein Verständnis des Wesens von Entscheidungen zu entwickeln, um wahrzunehmen, wenn Entscheidungen in uns getroffen werden. Man erreicht keine wahren Entscheidungen auf der Verstandesebene allein, denn unser Verstand neigt dazu, bei anste­henden Entscheidungen in uns zu „diskutieren“.

Verstand ist beim Individuum das, was in der Gruppe die Diskussionsebene ist.

Was heißt das für die Entscheidungsfindung einer Gruppe?

B Entscheidungen in der Gruppe

Entscheidungen einer Gruppe fallen am Ende eines gemeinsamen sachlichen, seelischen und geisti­gen Prozesses. Für einen gelungenen Entscheidungsprozess braucht es fachkompetente Vertreter der Gemeinschaft, der Firma, des Gemeinderates o.ä., die beratende Funktionen übernehmen. Sie tragen so viele Informationen zu ihrem Fachbereich zusammen, wie irgend möglich. Diese Aspekte bringen sie sachlich den anderen Entscheidungsbefugten oder auch Beratenden vor. Man hört einander zu und trägt zunächst nur Fakten zusammen. Man übt sich darin, dass es um die Sache und nicht um das Durchsetzen eigener Bedürfnisse oder Meinungen geht. Über der Sache selber steht das Ideal, zu dem die Gruppe strebt. Die Entscheidung wird im Interesse des Ideals getroffen, nicht aus Eigeninteresse.

Es erfordert ein Zurücknehmen der egoistischen Bestrebungen der einzelnen um der Sache willen. Je besser das gelingt, umso klarer kann die für alle richtige, evtl. vollkommen unerwartete Entscheidung fallen. Manchmal „zeigt“ sie sich so deutlich, dass das Ergebnis schlagartig für jeden klar wird.

Wir sprechen hier von einem Ebenenwechsel: Von der Diskussion durch Meinungsgegenüberstellung sterben wir zur Integration durch Sachbezug. Je mehr wir in der Lage sind, physische, seelische und geistige Objektivität walten zu lassen, umso treffsicherer können Entscheidungen fallen.

Im Anhang zum Herunterladen wird ein konkretes Beispiel geschildert.

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