← Zurück zur Bibliothek lesBAR · Spruch

Aus den Prophezeiungen der Hopi-Indianer

Die Leute meines Stammes sind leicht zu erkennen:

Sie gehen aufrecht, haben ein Leuchten in den Augen und ein Schmunzeln auf den Lippen.

Sie halten sich weder für heilig noch erleuchtet.

Sie sind durch ihre eigene Hölle gegangen, haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut, angenommen und offenbart.

Sie sind keine Kinder mehr, wissen wohl was ihnen angetan worden ist, sie haben den Zorn über ihre Beschämung ausgelebt und dann die Vergangenheit abgelegt, die Nabelschnur abgeschnitten und die Verzeihung ausgesprochen.

Weil sie nichts mehr verbergen wollen, sind sie klar und offen.

Weil sie nicht mehr verdrängen müssen, sind sie voller Energie, Neugierde und Begeisterung.

Ein Feuer brennt in ihrem Bauch.

Die Leute meines Stammes kennen den wilden Mann und die wilde Frau in sich und haben keine Angst davor.

Sie halten nichts für gegeben und selbstverständlich, prüfen nach, machen ihre eigene Erfahrungen und folgen ihrer eigenen Intuition.

Die Männer und Frauen meines Stammes begegnen sich auf Augenhöhe achten und schätzen ihr "Anders"-Sein, konfrontieren einander ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

Leute meines Stammes gehen oft nach innen, um sich zu sammeln, um Kontakt mit den eigenen Wurzeln aufzunehmen, sich wieder finden, falls sie sich im Rausch des Lebens verloren haben.

Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück, denn sie mögen teilen und mitteilen, geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.

Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder und können gut damit umgehen. Sie leiden aber an Isolation und sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und - Schwestern.

Die Zeit unserer Begegnung ist gekommen.

Ich rufe meinen Stamm.

English

From the Prophecies of the Hopi Indians

The people of my tribe are easy to recognize:

They walk upright, with a glow in their eyes and a smile upon their lips.

They consider themselves neither holy nor enlightened.

They have walked through their own hell, having faced, embraced, and revealed their shadows and demons.

They are no longer children; they are fully aware of was done to them, have allowed their rage over the humiliation to explode, and have then cast off the past, cut the umbilical cord, and spoken words of forgiveness.

Because they no longer wish to hide anything, they are clear and open.

Because they no longer need to repress anything, they are filled with energy, curiosity, and enthusiasm.

A fire burns in their bellies.

The people of my tribe know the wild man and the wild woman within themselves and harbor no fear of them.

They take nothing for granted; they verify things for themselves, gather their own experiences, and follow their own intuition.

The men and women of my tribe meet as equals, respecting and valuing their differences; they confront one another without malice and love without reservation.

People of my tribe often turn inward to center themselves, to connect with their roots, and to rediscover who they are should they have lost their way in the rush of life.

And then they gladly return to their tribe, for they love to share and communicate, to give and take, to bestow gifts and receive them.

They embody warmth, a sense of belonging, and intimacy.

When apart, they do not feel lost like small children and handle the solitude well; yet they suffer from isolation and yearn for their soul brothers and sisters.

The time for our meeting has come.

I call out to my tribe.